Ein Faustisch Leben - Bühnenspektakel rund um Faust, Gretchen, Mephisto und Co
Von Elke Lutzebäck (Weser Kurier)
Die Premiere des ersten Freilichttheaters an der Delmenhorster Stadtkirche ist am Sonntagabend im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Aber die drei „Delmödianten“ zu denen die Schauspieler Marcel Krohn, Marie-Theres Schwinn sowie Johannes Mitternacht gehören, hatten angesichts der zurzeit unbeständigen Wetterverhältnisse natürlich einen Plan B in der Tasche. Das Stück „Ein Faustisch Leben“ – eine Bearbeitung von Goethes Faust I – wurde alternativ kurzerhand in den Innenraum des Sakralbaus verlegt. Gleich zu Beginn stach ein erstes gerahmtes Goethe-Zitat auf der improvisierten Bühne ins Auge: „Der Mensch muss sich selbst überwinden, um zum Glücklichen zu geraten“. Dadurch, dass in Bezug auf die spartanische Spielfläche kurzfristig umdisponiert werden musste, wurden letzte technische Handgriffe getätigt, vermeintliche Stolperfallen wie Kabel mit Kreppklebeband fixiert. Theatermacher Marcel Krohn begrüßte das erwartungsvolle Publikum und ließ wissen: „Im Ursprung wollten wir die Premiere gestern machen, haben das aber wegen der Burginselträume auf heute verschoben.“ Das Wetter sei ideal gewesen, nun handle es sich um eine Notfalllösung und es gelte zu improvisieren.
Nachdenkliche Kommentierungen
Krohn, der im Frühherbst vergangenen Jahres zufällig die Wiese an der Stadtkirche entdeckt hatte und zu dem Ergebnis gekommen war, dass es sich um einen tollen Ort für Freilichttheater mit den schönen Bäumen und der Kirchenfassade handle, gab, ohne sich eine Enttäuschung anmerken zu lassen, den Gästen mit auf den Weg: „Ich wünsche Ihnen einen schönen, vergnüglichen Abend. Rund 60 Neugierige verfolgten gebannt das seinen Lauf nehmende Bühnenspektakel rund um Faust, Gretchen, Mephisto und Co.