Tucholsky und Genossen - Weitere Premiere auf der Freilichtbühne
Von Annika Lütje (Weser Kurier)
Neue Premiere auf der Freilichtbühne der Stadtkirche Delmenhorst: "Tucholsky und Genossen" feiert sein Debüt. Marcel und Ramona Krohn bringen ironische, nachdenkliche und satirische Texte auf die Bühne.
Nachdem auf der eigens errichteten Freilichtbühne vor der Delmenhorster Stadtkirche beziehungsweise in der Stadtkirche bereits zweimal das Stück "Ein Faustisch Leben" von den Delmödianten aufgeführt wurde, steht nun die nächste Premiere vor selber Kulisse auf dem Programm. So feiert am Freitag, 2. August, um 20 Uhr das Stück "Tucholsky und Genossen" Premiere. Wie schon bei den Delmödianten ist auch hier Marcel Krohn einer der kreativen Köpfe hinter der Aufführung. Dieses Mal wird er allerdings von Ramona Krohn als Spielpartnerin unterstützt.
Das Programm enthält laut Marcel Krohn "ironische, nachdenkliche und satirische Lieder und Texte von Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Friedrich Holländer, Mascha Kaléko, Erich Fried und vielen anderen". Das Ehepaar wird bei der Aufführung von Hans-Jürgen Osmers am Klavier begleitet. Er könnte den Delmenhorstern noch von seinen Burginsel-Gastspielen mit dem Bremer Salonorchester bekannt sein. Während Ramona Krohn als Schauspielerin an den Theatern in Celle und Neuwied, bei den Clingenburg-Festspielen, beim "Letzten Kleinod", am Theater Wrede in Oldenburg, am Hafenrevuetheater in Bremen und in verschiedenen Fernsehfilmen mitgewirkt hat, arbeitete Marcel unter anderem in Cottbus, Meiningen, Baden-Baden, Berlin und leitete zehn Jahre als Intendant die Clingenburg-Festspiele. Gegenwärtig ist er an der Landesbühne in Wilhelmshaven engagiert.
Doch er ist eben auch Teil der Delmödianten, wie sich der Theatermacher Krohn, der Delmenhorster Schauspieler Johannes Mitternacht und die in Bremen wohnhafte Schauspielerin Marie-Theres Schwinn nennen. Gemeinsam werden sie auf der Freilichtbühne noch dreimal das Stück "Ein Faustisch Leben" aufführen. Die nächsten Termine sind für Sonnabend, 3. August, Sonntag, 4. August, und Sonntag, 11. August, eingeplant. Gespielt wird sonnabends um 20 Uhr und sonntags um 18 Uhr. Bei Regen wird in die Stadtkirche ausgewichen.
Laut Krohn würden viele Menschen denken, dass die Geschichte um Faust und Mephisto dröge und schwierig zu verstehen sei. "Wir wollen zeigen, dass es eine humorvolle Geschichte sein kann, in der Themen behandelt werden, die uns auch heute noch begegnen", erklärt er. Darum sei auch kein Vorwissen für den Theaterbesuch nötig. Zum einen werde das Stück heruntergebrochen, zum anderen gebe es Kommentierungen seitens der Schauspieler während des Stücks. "Wir interpretieren und ordnen ein – mit Augenzwinkern und Humor. Dadurch wird das Stück verständlicher und zugänglicher", so die Schauspielerin Marie-Theres Schwinn. "Bei dem Stück Faust handelt es sich eigentlich um Volkstheater", meint Krohn, und weiter: "Viele haben aber so viel Respekt vor Goethe, dass sie das gar nicht mehr erkennen." Sollte die Resonanz auf die beiden Stücke gut sein, könnte er sich sogar vorstellen, im kommenden Jahr ein weiteres Stück auf die Bühne an der Stadtkirche zu bringen, so Krohn.